betreibt eine ausufernde Kunstproduktion, wozu Installation und Animationsfilm ebenso selbstverständlich zählen, wie Malerei, Grafik, Zeichnung und Bücher aller Art.
Ihr Schaffen durchgeistern vielgestaltige Figuren, ja, es wird von deren lebendigem Bildverlangen regelrecht vorangetrieben: Sie gerinnen einesteils fast comicartig zur festen Form, oder entfalten andernteils ein irrlichterndes Spiel. Dieses Mit-, In- und Übereinander lässt einen schwebenden Bild-Lebens-Raum entstehen, der sich zu einem existentiellen Kosmos verdicht.
... Maja Nagel ist eine Geschichtenerzählerin, die im verschwörerischen Gleichklang lebt mit den ewigen Geheimnissen des Universums, geschützt vor der Zeit und dem Grau des Alltags. Fasziniert von der Typologie menschlicher Charaktere in allen Varianten und dem gemeinsamen Schicksal von Geburt und Tod, entwickelte sie 1993 einen "Figurenkatalog". 1995 sagte die Künstlerin dazu: "Ich habe die Körperformen extrem reduziert, verkürzt. Das habe ich als Grundlage genommen, um zu beginnen, unendliche Körperhaltungen und Bewegungsabläufe zu sammeln, aneinanderzureihen, zu sortieren. So gewinnt die Figurensammlung langsam an Reichtum. Es ist wie eine Untersuchung, und plötzlich stelle ich fest, dass neue Formen oder Innenräume entstehen und durch eine kleine Verzerrung ein Ausdruck möglich ist, der mir ansonsten verschlossen geblieben wäre." So entstanden ornamental anmutende Embleme, komplizierte Zeichensysteme, die geeignet waren, spielerisch-variantenreich Räume zwischen Eindeutigkeit und Vieldeutigkeit, Rationalität und Irrationalität zu beschreiben: Menschliche Erfolge und Niederlagen, das Kämpfen und das Scheitern, das Träumen und das Lieben, Gewinn und Verlust, in Mustern. Sie hatte den Mut, ihre Figuren bis ins konturierte Piktogramm zu treiben. Daraus entwickelte sie ihren prämierten Animationsfilm "Das erste Mal", der in der Galerie Mitte, Berlin gezeigt wurde ...
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